Grußwort zum Mainburger Gallimarkt 2025

Rezession in Mainburg

Nachdem die Mainburger Bauwirtschaft, Industrie und Einzelhandel sich in der Rezession befinden geht es mit der vierten und letzten Säule der Mainburger Wirtschaft der Landwirtschaft weiter. Der Bierausstoß in Deutschland sinkt seit Jahren ca. 2-3 % pro Jahr, dieses Jahr sogar 7,5 %. Es herrscht seit Jahren Überproduktion des Hopfens und es ist die Alphasäure der letzten 5 Hopfenernten noch nicht verkauft. Die diesjährige Hopfenernte geht ebenfalls auf "Halde". Ca. 60 % der Hopfenverträge laufen in den nächsten zwei Jahren aus. Es wird ein Brauereisterben "wie Fliegen" und ein "Bauernsterben" erwartet.

Wir brauchen jetzt eine "kompetente Politik der harten Arbeit" um gute Lösungen für zukünftige Bedarfe unserer Mainburger Wirtschaft und Bürger zu schaffen. Berufspolitiker und Politiker des Mottos „bekannt und beliebt“ oder ein „Sonnen in eigener Eitelkeit“ brauchen wir jedenfalls nicht.

Das Gleiche gilt mit dem im Stadtrat am 29.7.2025 vorgestellten Einzelhandelsgutachten das nach einem Jahr Verspätung unverändert beschlossen wurde. Über die politischen Hintergründe lässt sich trefflich spekulieren jedenfalls ist die von der hiesigen Politik bewusst herbeigeführte Verzögerung sachlich und vom Gemeinwohl nicht begründet.

Die Stadt Mainburg schafft es sogar zuerst ein politisch geprägtes Integriertes Entwicklungs-Konzept ISEK für die Stadt Mainburg, vor und losgelöst von den notwendigen Fundamentaldaten, Analysen und Handlungsempfehlungen aus dem Einzelhandelsgutachten durchzuführen. "Das Pferd wird in Mainburg von hinten aufgezogen“ was hier die politischen Beweggründe sind lässt sich ebenfalls spekulieren. Jedenfalls wenn man ernsthaften und substantiierten Gestaltungswillen zum Wohle unserer Stadt Mainburg an den Tag legen will, dann baut man seine Entscheidungen auf Anlaysen von Fachleuten auf, statt auf seine "politische Stammtischmeinung". Beispielsweise sind besonders zwei Kennzahlen aus dem Einzelhandelsgutachten von großer Bedeutung. Die Kaufkraft und Anzahl der Einwohner bzw. dessen Entwicklung.

Die Kaufkraft in Mainburg ist von überdurchschnittlich 108,3 Punkten in 1999 auf unterdurchschnittliche 97,8 in 2023 gesunken – 100 ist Bundesdurchschnitt. Die Bevölkerung ist von ca. 16.000 auf ca. 15.000 in 2022 geschrumpft. d.h. die Kaufkräftigen ziehen oder sterben weg und der Anteil der „Geringverdiener“ nimmt zu.

Bei der Präsentation des Einzelhandelsgutachten im Stadtrat wurden solch tiefgreifende Fragen die zur Behebung der fundamentalen Probleme Mainburgs beitragen nicht gestellt und Fragen zur Verbesserung der Mainburger Rahmenbedingungen erst recht nicht. Stattdessen wird etwas hilflos nachgefragt ob man „Straßenzugweise“ sanieren kann? Dadurch werden die grundsätzlichen Ursachen für 50 % Leerstand -30 Innenstadtgeschäfte bei 15 Leerstände lt.Gutachten- nicht behoben. Lösungen das es bei uns wieder aufwärts geht kann sein z.B. eine Senkung der Grund- bzw. Gewerbesteuer, Ansiedelung von Zukunftsbranchen mit vielen Arbeitsplätzen, Abschaffung der Parküberwachung, Reduzierung der täglichen Staus, Reduzierung der Verwaltungskosten entsprechend der Bevölkerungsentwicklung bzw. fortschreitenden Digitalisierungsgard und Schaffung einer gerechteren Gesellschaft in Mainburg bei der die Regeln für alle gleich gelten auch für die "Wenigen".

Die Werbegemeinschaft wird sich – wie seit jahrzehnten praktiziert und vom Einzelhandelsgutachten explitzit gefordert – konstruktiv, analytisch einbringen beim Ringen um die Beste Lösung für Mainburg, falls dies von der hiesigen Politik gewünscht wird. Vielleicht erhalten wir nunmehr in der "Mainburger Krise" Gehöhr.

Wir wünschen den Ausstellern, der Mainburger Wirtschaft ein erfolgreicheren Gallimarkt und den Besuchern einen angenehmen Aufenthalt.

Johannes Beck
1.  Vorsitzender der Werbegemeinschaft Mainburg e.V.

 

 

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